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Bericht in der AZ am 17.6.19 und die Stellungnahme von Physioswiss

AZ:

"Die Atempause bei der Entwicklung der Krankenkassenprämien ist vorbei. Der Krankenkassenverband Santésuisse rechnet für das laufende und kommende Jahr mit einem Kostenwachstum von jeweils drei Prozent.

Im vergangenen Jahr war der Anstieg der Gesundheitskosten in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) mit einem Plus von einem Prozent im Vergleich zu den Vorjahren deutlich tiefer ausgefallen, wies es am Montag an einer Medienkonferenz von Santésuisse hiess. Wegen des befürchteten Anstiegs der Kosten brauche es nun "endlich griffige Gegenmassnahmen".

 

Über 5 Prozent Kostenwachstum

Gemäss der Analyse von Santésuisse droht in mehreren Bereichen ein überdurchschnittlich starkes Wachstum: In der Physiotherapie erwartet Santésuisse wegen der Zunahme der Anzahl Physiotherapeuten und der Anzahl Behandlungen ein gleichbleibend hohes Wachstum von sechs Prozent.

Auch im Spitexbereich sei mit höheren Kosten zu rechnen. Statt in Pflegeheimen werden ältere Menschen vermehrt zu Hause betreut, deshalb werde hier ein Kostenwachstum von sechs Prozent erwartet.

Im Laborbereich sei der Trend ebenfalls "besorgniserregend". Weil medizinische Labordiagnostik immer zahlreicher durchgeführt werde, erwartet Santésuisse hier einen Kostenanstieg von fünf Prozent.

Für den ambulanten Spitalbereich werde für das laufende und das kommende Jahr mit einer Kostensteigerung von fünf Prozent gerechnet. Auch bei den Medikamenten sei in den kommenden zwei Jahren mit einem Kostenwachstum von mehr als drei Prozent zu rechnen.

Medikamente zu teuer

Damit die Medikamentenpreise in der Schweiz endlich auf das Niveau des Auslandes gesenkt werden, brauche es einen jährlichen Preisvergleich mit dem Ausland für alle Medikamente.

Zudem sei die Einführung des Referenzpreissystems dringender denn je, weil Generika in der Schweiz noch immer doppelt so teuer sind wie im Ausland. Auch bei den Originalpräparaten gebe es Handlungsbedarf, denn auch hier seien die Preise deutlich höher als im Ausland"

Nachrichten im SFDRS 3 vom 17. Juni 2019, 12.00 Uhr

Kostenexplosion in den nächsten zwei Jahre verursacht durch Zunahme der Physiotherapiebehandlungen … 

… und Kinder werden auch mehr geboren, wegen den Physiotherapeuten?! 

 

Liebe Radiomacher

Die Bevölkerung wird zunehmend älter und wir freuen uns darüber, denn wir sind Teil eines der besten und effizientesten Gesundheitssysteme der Welt. Die demografische Struktur verändert sich, es gibt immer mehr ältere Leute und damit verbunden auch mehr Pflegebedürftige bzw. Menschen, die wir täglich mit unseren Physiotherapieleistungen in der Genesung unterstützen. 

Es ist der Wunsch von Politik und Versicherern, dass die teuren, stationären Behandlungen durch kostengünstigere, ambulante u. a. Physiotherapieleistungen ersetzt werden. Tun wir dies, wie gewünscht, so werden wir an den Pranger gestellt. Die ambulanten Physiotherapiekosten werden in den nächsten zwei Jahren zunehmen. Ja, super, denn damit reduzieren wir die teureren, stationären Behandlungen und wir sind stolz darauf unseren Beitrag zur Kostenreduktion im Gesundheitswesen zu leisten. 

Die Kostensteigerung für Physiotherapieleistungen betragen momentan +6% und dies in einem Bereich der gerade mal 2% der gesamten Gesundheitskosten umfasst. Damit bewegen wir uns im Promillebereich!

Die veränderte Demographie verlangt nach mehr Physiotherapieleistungen und damit steigt auch der Bedarf nach gut ausgebildeten Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten. Der Fachkräftemangel in der Physiotherapie in der Schweiz ist riesig. Es fehlen, wie im gesamten Gesundheitswesen, mehrere Tausend Fachkräfte, die kostengünstig und effizient ihren Beitrag an die Volksgesundheit leisten. Unsere Verbandsmitglieder können dieser aktuellen Misere nur mit Überstunden, mehr Behandlungen pro Tag begegnen und damit setzen sie sich nun dem Vorwurf aus, immer mehr Behandlungen durchzuführen und zu verrechnen. 

Warum diskutieren wir am Radio nicht über neue, zusätzliche Ausbildungsplätze? Es wäre ein probates Mittel, um die Gesundheitskosten pro Patienten wirksam zu senken.

 

Mit freundlichen Grüssen


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